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Energie Steiermark
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Technische Information


Technische Information:  (© Steirische Gas-Wärme)


Brennstoff für die KWK-Anlage ist primär naturbelassene Rinde, die von den beiden bestehenden Entrindungsanlagen von Mayr-Melnhof-Holz GmbH in einer Jahresmenge von 350 – 400 Tsd. Schüttraummetern vollautomatisch per Förderband zur KWK-Anlage transportiert wird. Dort erfolgt eine Verteilung der Rinde auf die drei Schubböden (Brennstoff-Tagesbunker) und eine automatische Beschickung der drei Feuerboxen mit rund 1.000 Srm Rinde pro Tag.

Jede Feuerbox hat eine Feuerungsleistung von 10,5 MW, was dem Heizungsleistungsbedarf von rund 1.000 Einfamilienhäusern entspricht. Die Rinde wird auf einem Vorschubrost getrocknet und anschließend praktisch rückstandsfrei verbrannt. Lediglich rund ein Prozent des Brennstoffvolumens fällt als Asche an, die automatisch in Aschecontainer gefördert wird.

Das Rauchgas verlässt die Feuerbox mit einer Temperatur von ca. 1.000° C, durchströmt den Thermoölkessel sowie drei nachgeschaltete Wärmetauscher (Economiser und Luftvorwärmer), gibt Wärme ab und wird dabei auf etwa 160° C am Kaminaustritt abgekühlt. 88,5 Prozent der im Brennstoff enthaltenen Energie werden dabei in nutzbare Wärme umgewandelt. Bevor das Rauchgas über den 29 m hohen Kamin ausgeblasen wird, erfolgt eine zweistufige Entstaubung in einem Multizyklonabscheider und einem Elektrofilter. Durch modernste Reinigungstechniken wird der Staubgehalt des Rauchgases auf unter 25 mg/Nm³ gesenkt.

Thermoöl mit einer Temperatur von 300° C überträgt die aus dem Rauchgas gewonnene Energie zur ORC-Anlage. Grundsätzlich vergleichbar einem konventionellen Dampfkraftwerk wird beim ORC-Prozess ein organisches Arbeitsmittel mit speziell abgestimmten thermodynamischen Eigenschaften verwendet – daher der Name Organic-Rankine-Cycle. Das heiße Thermoöl wird zur Verdampfung des organischen Arbeitsmittels, einem Silikonöl, verwendet. Der Silikonöl-Dampf treibt die Turbine mit einer Nennleistung von 1,5 MW je ORC-Modul an. Der von der Turbine angetriebene Generator erzeugt elektrische Energie, die als Ökostrom mit einer Gesamtleistung von 4,5 MW und einer Jahresstrommenge von 36.000 Megawattstunden (MWh) in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird.

Diese Menge reicht aus, um 10.000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Nachdem das dampfförmige Arbeitsmittel die Turbine verlassen hat, wird es im Kondensator verflüssigt und gibt dabei Wärme an den Wasserkreislauf des Fernwärmenetzes ab.

Wasser mit einer Temperatur von bis zu 100° C wird in das großteils bestehende Fernwärmenetz mit einer Gesamtlänge von rund 1.200 m gepumpt und versorgt die Holz-Trocknungskammern von Mayr-Melnhof und die von Holzindustrie Preding neu errichtete Pelletierungsanlage. Die für die beiden Wärmekunden maximal zur Verfügung stehende Heizleistung beträgt 24 MW.

Die pro Jahr in der KWK-Anlage produzierte Wärmemenge von maximal 192 GWh entspricht rund einem Viertel des Wärmebedarfs im Fernwärmenetz Graz – und das ausschließlich erzeugt aus regenerierbaren, heimischen Rohstoffen. Würde man die Energiemengen, die von der neuen KWK-Anlage geliefert werden, konventionell mit fossilen Brennstoffen erzeugen, müsste man 26 Mio. Liter Heizöl pro Jahr verfeuern. Die Energieproduktionaus der KWK-Anlage würdebei Einsatz von Heizöl als Energieträger eine Emission von rund 90.000 t CO2 pro Jahr verursachen.

Durch die aufwändige Rauchgasreinigung der KWK-Anlage wurde eine Reduktion der Staubemission und somit der Schadstoffbelastung im Leobener Becken um rund 5 t/a erreicht, trotz einer rund 50 %-igen Leistungssteigerung gegenüber der bestehenden Kesselanlage, die durch die Errichtung der Neuanlage substituiert wurde.

Ganzjährig verfügbarer Brennstoff, der ohne zusätzlichen Manipulationsaufwand direkt in die Verbrennungsanlagen befördert wird, bedeutet den Entfall der, bei vergleichbaren Projekten notwendigen Transporte (vgl. Fernwärme Wien) für die Brennstoffbeschaffung. Rund 4.000 LKW-Fuhren pro Jahr wären zur Brennstoffversorgung der Anlage notwendig – zusätzliche 120 t CO2 bzw. die Rückstände aus der Verbrennung von 60.000 l Diesel, die der Umwelt erspart wurden. Die für die Brennstoffmanipulation notwendigen rund 2.000 Radladerstunden können natürlich ebenfalls entfallen.

Bedient wird die gesamte Anlage von einem einzigen Mitarbeiter. Aufgrund der Anlagenkonzeption ist sogar ein Betrieb ohne ständige Beaufsichtigung möglich. Das zeigt, dass auch mit Biomasseanlagen durch ausgefeilte Anlagentechnik Industriestandard erreicht werden kann, und keine Einbußen bei der Versorgungssicherheit gegenüber konventionellen Anlagen in Kauf genommen werden müssen.

Sieben Monate nach dem Spatenstich wurde Wärme aus der neuen Anlage an Mayr-Melnhof geliefert, nach exakt einem Jahr konnte der Regelbetrieb mit der Einspeisung von Ökostrom aufgenommen werden - dieserRealisierungszeitraum ist für ein Projekt dieser Größenordnung beachtlich.


Diese Partner machten eine derartig rasche Realisierung des Projektes möglich:

Für die Planung des Kraftwerkes und aller notwendigen Infrastruktureinrichtungen zeichnen drei Planungsfirmen verantwortlich:

  • Firma Enertec, die die Projektleitung übertragen bekommen hat.
  • Firma Bios, die mit Planung und Bauüberwachung der gesamten Hydraulik beauftragt wurde
  • Firma PlanT, als konzerneigene Tochtergesellschaft der Energie Steiermark. Sie wurde mit der Planung und Errichtung des Baues sowie der wirtschaftlichen Begleitung dieses Projektes beauftragt.
  • Die Baumeisterarbeiten hat die Firma PORR übernommen,
  • alle Stahlbauarbeiten erledigte  die Firma WITO.
  • Dachkonstruktion und Fassade hat die Firma Systemholz errichtet.
  • Für die Errichtung der drei Wärmekessel zeichnet die Firma Kohlbach aus Wolfsberg verantwortlich.
  • Die Stromerzeugung, der sogenannte „ORC-Prozess“, wurde von der Firma Turboden realisiert.
  • Die gesamte Hydraulik übernahm die Firma Integral.
  • Als weiteres Tochterunternehmen der Energie Steiermark war die STEWEAG-STEG verantwortlich für die Errichtung der Mittelspannungseinrichtung.
  • Die Rauchgasreinigung hat die Firma Scheuch gebaut, die Fördertechnik die Firma Rudnick & Enners. Thermoölkessel und Thermoölpumpen wurden von MaxxTech geliefert.

 
imagebild: blatt
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